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»Völlige Schande« Tschechischer Bahnchef muss gehen – auch wegen angeblichen Klopapiermangels

Sep 2, 2026 IDOPRESS

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Eine Lok der tschechischen Staatsbahn

Foto: Soeren Stache / dpa-Zentralbild / dpa

Die tschechische Staatsbahn bekommt eine neue Führung. Mit der Ingenieurin Lenka Hamplová übernimmt erstmals eine Frau den Vorstandsvorsitz bei den České dráhy (ČD). Sie folgt auf Michal Krapinec,der aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte.

Zuvor hatte Parlamentspräsident Tomio Okamura den bisherigen Bahnchef hart angegangen. Er habe viele Beschwerdebriefe von Bürgern wegen fehlenden Toilettenpapiers in den Zügen erhalten,sagte der ultrarechte Politiker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Die Situation sei eine »völlige Schande«. Ein Bahnsprecher entgegnete,dass der Konzern jährlich rund drei Millionen Rollen bereitstelle.

Beobachter gehen davon aus,dass Okamura eigentlich anderes im Schilde führt. Laut einem Bericht der »Hospodářské noviny« (auf Deutsch: »Wirtschaftszeitung«) soll ein Kampf um die Führung der České dráhy entbrannt sein.

Das Toilettenpapier war aber nicht das einzige Problem des scheidenden Bahnchefs. Wie das Nachrichtenportal »Seznam Zprávy« berichtet,verlor der Jurist Krapinec seine Berechtigung,Akten mit der Geheimhaltungsstufe »Vertraulich« einzusehen. Voraussetzung für die Erlaubnis ist ein umfangreicher Hintergrundcheck durch das Nationale Sicherheitsamt (NBU).

Dem Bericht zufolge soll der Verdacht bestanden haben,aus Krapinecs Umfeld könnten geheime Informationen nach außen gelangt sein. Die České dráhy selbst teilten mit,dass Krapinec die Berechtigung gar nicht brauche,um an der Spitze des Konzerns zu stehen. Der Druck auf den Bahnchef wurde aber offenbar so groß,dass er selbst die Reißleine zog.

Die neue Chefin Hamplová kündigte an,die Bahn zu einem »gesunden,modernen und selbstbewussten Unternehmen« machen zu wollen. Tschechien verfügt über eines der dichtesten Eisenbahnnetze in Europa. Es hat eine Streckenlänge von insgesamt rund 9344 Kilometern. Neben der Staatsbahn mischen inzwischen auch immer mehr private Anbieter mit,darunter Firmen wie Arriva und RegioJet.

hba/dpa