Biologie

Dürresommer Rumänien will wegen Donau-Niedrigwassers sein einziges Atomkraftwerk Cernavodă herunterfahren

Aug 13, 2026 IDOPRESS

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Kernkraftwerk Cernavodă

Foto: Robert Ghement / EPA

Wegen des historischen Pegeltiefstands der Donau soll das einzige Atomkraftwerk Rumäniens vollständig heruntergefahren werden. Reaktor 2 des Kraftwerks Cernavodă werde »im Hinblick auf die aktuellen hydrologischen Bedingungen kontrolliert heruntergefahren«,heißt es aus dem Energieministerium. Ende Juli war bereits einer der beiden Reaktoren heruntergefahren worden. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

Ursprünglich sollte der zweite Reaktor ebenfalls vor rund zwei Wochen heruntergefahren werden. Doch unter anderem durch Ausbaggerungen konnte vorerst weiter Wasser aus der Donau zum Kraftwerk geleitet werden. Die rumänische Marine hatte vergangene Woche auch einen Felsen in der Donau gesprengt,um mehr Wasser zum Kraftwerk zu leiten. Trotzdem ist der Wasserstand unter anderem wegen geringer Niederschläge und mehrerer Hitzewellen weiter gesunken und hat historische Tiefstände erreicht.

Das Atomkraftwerk Cernavodă produziert für gewöhnlich ein Fünftel des landesweit erzeugten Stroms. Nach dem Herunterfahren des zweiten Reaktors solle die Stromversorgung im Land durch andere Quellen gedeckt werden,etwa durch Windkraft und Importe,erklärte das Energieministerium. Es rief zu einem verantwortungsvollen Stromverbrauch auf.

13 von 57 französischen AKW mit Problemen

Auch in Frankreich beeinträchtigt Niedrigwasser die Stromproduktion. 20,4 Prozent der Reaktorkapazität des Landes sei am Mittwoch außer Betrieb gewesen,berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Berechnungen auf Basis von Daten des Atomenergieunternehmens EDF. Dabei setzt neben dem Niedrigwasser auch eine Quallenplage den französischen Atomkraftwerken zu.

Das massive Aufkommen von Quallen im Ärmelkanal beeinträchtige die Meerwasserpumpen eines dortigen AKW. Drei der sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Gravelines in Nordfrankreich mussten laut AFP deshalb abgeschaltet werden. Ein weiterer Reaktor sei auf halbe Kraft heruntergefahren worden,wie EDF mitteilte. Außerdem ist ein weiterer Reaktor ohnehin wegen Wartungsarbeiten derzeit nicht am Netz. Gravelines in der Normandie zwischen Calais und Dünkirchen ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas.

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Die vielen Quallen an der Küste Nordfrankreichs sind ein regelmäßiges und saisonbedingtes Phänomen. Experten zufolge werden Meldungen über große Schwärme in diesem Gebiet aber jeden Sommer häufiger. Weltweit vermehren sich die Quallen,ein Grund dafür ist der Anstieg der Meerestemperaturen im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung.

apr/AFP