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Arbeiter montieren eine PV-Anlage auf einem Dach eines Privathauses in Baden-Württemberg
Foto: Bernd Weißbrod / dpa
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat ihre Pläne für Einschnitte bei der Förderung neuer kleiner Solaranlagen abgemildert. Dies geht aus dem neuen Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hervor,der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Geplant ist nun übergangsweise eine abgesenkte Einspeisevergütung für bis zu 36 Monate,bevor die Anlagenbetreiber auf Direktvermarktung umsteigen sollen.
Es geht um kleine Solaranlagen bis 25 Kilowatt installierter Leistung,die ab 2027 errichtet werden. Das betrifft vor allem Privatleute mit eigenen Anlagen. Bisher gilt: Wer Solarstrom auf seinem Dach erzeugt und in das Netz einspeist,erhält 20 Jahre lang pro Kilowattstunde einen festen Betrag. Reiche hatte geplant,dass ab 2027 die feste Einspeisevergütung für neue,kleine Solaranlagen komplett abgeschafft wird. Das hatte breite Kritik ausgelöst. Geplant ist nun ein Übergangssystem.
Direktvermarktung heißt,dass der Strom über einen Dienstleister an Strombörsen verkauft wird. Ist der Preis hoch,können künftig theoretisch so auch Privatleute davon profitieren. Das Modell ist aber viel schwankungsabhängiger als die feste Vergütung.
Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird seit dem Jahr 2000 der Ausbau von Ökostrom in Deutschland gefördert. 2025 lag der Anteil von Wind,Sonne,Biomasse und Co. an der Stromerzeugung nach Angaben der Energiebranche bei 58 Prozent. 2030 sollen es 80 Prozent sein. An diesem Ziel hält Reiche erklärtermaßen fest. Mit der EEG-Reform will sie die Kosten der Förderung reduzieren.
Ihr Ministerium hatte schon im Januar einen ersten Entwurf erarbeitet,der aber bei Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Umweltminister Carsten Schneider (ebenfalls SPD) auf Widerspruch stieß. Befürchtet wurde,dass die Novelle die Energiewende ausbremsen würde.
Nach Reiches Plänen gibt es diese Kompensation künftig nicht mehr für neue Anlagen in Gebieten,wo es oft zu Netzengpässen kommt. Auch hier hat das Wirtschaftsministerium etwas nachgebessert. »Der Entfall der Redispatchentschädigung in Engpassgebieten wird genauer justiert«,hieß es aus Ministeriumskreisen. Zugleich sollen Anreize dafür sorgen,dass »eine ausreichende Menge Windenergie im Süden Deutschlands zugebaut wird«,dass also die Windräder regional gleichmäßiger verteilt werden.
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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßte,dass der Entwurf nun nach langem Vorlauf vorliege. »Die Energiewirtschaft und Investoren warten seit Monaten darauf«,sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. »Die Zeit drängt.« Sie verwies darauf,dass die EU-Kommission das EEG beihilferechtlich genehmigen müsse,bevor ab Januar in Projekte investiert werden könne. Zugleich kritisierte sie die kurze Frist von nur drei Tagen,die Verbänden zur Stellungnahme gesetzt wurde.
lki/dpa