

Bild vergrößern
Finanzminister Klingbeil bei einem Pressetermin mit Kindern
Foto: Christophe Gateau / dpa
Mit sechs schon an die Rente denken? Ein Zuschuss vom Staat soll Kinder an die Altersvorsorge heranführen. Über die Jahre könnten erhebliche Summen zusammenkommen – doch nicht für alle.
Der Bund soll für jedes Kind,das sechs Jahre alt wird,bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlen.
»Wir wollen,dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können«,erklärte Klingbeil. Bisher hänge das viel zu oft vom Elternhaus ab. Mit dem neuen System werde kein Kind vergessen – und die Kinder würden zugleich früh an den Finanzmarkt herangeführt.
Wer heute schon sieben Jahre alt ist,geht leer aus. Irgendwo müsse man anfangen,sagt Klingbeil dazu. »Aber das sind Entscheidungen,die man halt zu treffen hat in der Politik.«
Was für ein Depot genutzt wird,können die Eltern selbst aussuchen – zumindest innerhalb gewisser Vorgaben. So dürfen bis zum 18. Lebensjahr keine Abschluss- und Vertriebskosten entstehen.
Wählen Eltern nicht aktiv ein Depot aus,wird eine von der Bundesbank verwaltete,öffentliche Kapitalanlage genutzt. Bis zum 35. Lebensjahr könne man das Geld dann ins eigene Depot holen,sagte Klingbeil.
Eltern und Großeltern können das Depot auch durch freiwillige Zahlungen aufstocken – Einzahlungen bis zu 6840 Euro im Jahr sind erlaubt. Legten die Eltern monatlich nur zehn Euro drauf,könne das Depot bis zum Renteneintritt auf rund 107.000 Euro wachsen,rechnet das Finanzministerium. Bei einer Zuzahlung von monatlich 50 Euro könnten im Rentenalter rund 320.000 Euro zusammengekommen sein. Diesen Berechnungen liegt eine angenommene durchschnittliche Wertentwicklung von 7 Prozent zugrunde. Tatsächlich können sich die Depots besser oder auch schlechter entwickeln.
So sollen Anreize entstehen,die private Vorsorge im Erwachsenenalter mit eigenen Beiträgen fortzuführen. Denn private Vorsorge wird in den nächsten Jahren immer wichtiger werden. Dafür hat die Bundesregierung einen Nachfolger für die wenig beliebte private Riester-Rente entwickelt. Von der Frühstartrente soll es mit der Volljährigkeit einen nahtlosen Übergang in die neue steuerlich geförderte private Altersvorsorge geben.
Die Frühstartrente sei »eine richtige Chance für die Kinder in unserem Land. Und das ist aber auch eine richtige Chance,um die Rente zukunftsfest aufzustellen«,sagt Klingbeil.
Auch Gewerkschaften halten das Konzept für falsch. Zehn Euro im Monat seien nur ein kleiner Köder,um Familien in die Arme von Fondsanbietern zu treiben,kritisierte die IG Metall. Statt der Finanzwirtschaft unter die Arme zu greifen,müsse die Bundesregierung die gesetzliche Rente stärken.
data-area="text" data-pos="26">
Die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann dagegen verteidigte die Frühstartrente: »Jungen Menschen kommt dadurch die Kraft des Kapitalmarkts und der Zinseszinseffekt von klein auf zugute«,betonte sie.
naw/dpa