Energie

Auswertung der Beratungsgesellschaft EY Deutsche Industrie steigert Umsatz

May 25, 2026 IDOPRESS

Bild vergrößern

Eine Auszubildende zum Metallbauer arbeitet im AusbildungsCampus Butzweilerhof in Köln

Foto: Oliver Berg / dpa / picture alliance

Erstmals seit 2023 hat die deutsche Industrie im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz gesteigert – baut aber weiter im großen Stil Jobs ab. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY,die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert und der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Demnach sank die Zahl der Beschäftigten in der Industrie zum Ende des ersten Quartals auf 5,3 Millionen Menschen. Das entspricht einem Rückgang von 2,3 Prozent oder 127.300 zum Vorjahreszeitraum. Am meisten Arbeitsplätze gingen mit rund 32.000 Stellen in der Autoindustrie verloren,gefolgt vom Maschinenbau,22.000,und der Metallerzeugung und


-bearbeitung,8800.

Metallbranche steigert Umsatz stark

Zugleich sieht EY Hoffnung für die schwächelnde Industrie,der hohe Energie- und Arbeitskosten,Konkurrenz aus China und US-Zölle zu schaffen machen. Der Studie zufolge stieg der Umsatz in der Industrie im ersten Quartal um 1,7 Prozent auf gut 531 Milliarden Euro – das erste Plus binnen Jahresfrist nach zehn Quartalen mit Rückgängen. Zuletzt war die Industrie im zweiten Quartal 2023 gewachsen.

Hauptgrund für den jüngsten Anstieg sei ein Umsatzplus von 18 Prozent in der Metallbranche: Dort wuchsen die Exporte um 28 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Ein leichtes Plus schafften im ersten Quartal auch die Autobranche (2,1 Prozent) und die Elektroindustrie (1,4 Prozent). In der Papier- und Textilindustrie sank der Umsatz dagegen um rund sechs und acht Prozent.

»Die kommenden Monate werden zeigen,ob es sich beim Wachstum einiger weniger Branchen nur um ein Strohfeuer handelt oder um eine Trendwende«,sagte Jan Brorhilker,Managing Partner bei EY Deutschland.

Rückenwind für die Industrie kam im ersten Quartal sowohl aus dem Inland als auch von den Exporten. Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft insgesamt überraschend stark gewachsen. Der Auftragsbestand in der Industrie stieg im März laut Statistischem Bundesamt um gut acht Prozent zum Vorjahresmonat. Allerdings dämpft der Irankrieg die Aussichten: Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent halbiert.

Experte prognostiziert weiteren Stellenabbau

Brorhilker erwartet weitere Jobverluste in der Industrie. Ihm zufolge bestünden in vielen Branchen erhebliche Überkapazitäten. Sorgen um Fachkräftemangel träten zunehmend in den Hintergrund. Die Bundesregierung habe wichtige Maßnahmen ergriffen wie den Industriestrompreis oder die Senkung der Körperschaftsteuer,diese wirkten aber erst verzögert.

data-area="text" data-pos="14">

Bei vielen Unternehmen stünden nicht mehr nur Sparprogramme,sondern auch die Schließung ganzer Werke zur Diskussion,sagt Brorhilker. »Eine solche Situation hat es in der deutschen Industrie sehr lange nicht gegeben.«

atr/dpa