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IfW-Chef Moritz Schularick
Foto: Frank Molter / dpa
Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre nach Einschätzung des Ökonomen Moritz Schularick unter bestimmten Bedingungen »eine Art von Vermögensteuer durch die Hintertür« – was Schularick befürworten würde. Diese Wirkung »hat leider die SPD noch nicht verstanden«,sagte der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im Podcast »Berlin Playbook« des Mediums »Politico«.
Schularick warb für ein Szenario,bei dem Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträge im gleichen Umfang gesenkt würden,wie die Mehrwertsteuer steige. Konsum würde dann teurer,Arbeit billiger.
Belastet würden dadurch vor allem ältere Menschen,was sinnvoll sei,»denn dort sitzen die großen Vermögen«,sagte Schularick. Bisher gelte: »Wir sind ein Land,das massiv von jung nach alt umverteilt. Wir belasten die Jungen,um es den Alten zu geben«,erklärte der Wissenschaftler. Eine Umsetzung seiner Idee würde nun offenkundig dem entgegenwirken.
Aktuell fällt auf die meisten Waren eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent an,für ausgewählte Lebensmittel gilt ein reduzierter Satz von 7 Prozent. Dem Vernehmen nach hat die Bundesregierung im Zuge der laufenden Reformdebatte den Effekt einer Mehrwertsteuererhöhung durchrechnen lassen.
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Erst vor wenigen Tagen hatte SPD-Chef Lars Klingbeil Mehrwertsteuervorschlägen aus der Union eine Absage erteilt. »Mein Weg ist das nicht«,sagte der Bundesfinanzminister,nachdem Merz eine Anhebung nicht ausgeschlossen hatte. Klingbeil bekräftigte,er wolle sehr hohe Einkommen und Vermögen zur Finanzierung des Staates stärker heranziehen.
mamk/dpa