Wissenschaft

Umfrage Mehrheit will Geld auf vergessenen Konten für soziale Zwecke nutzen

Apr 21, 2026 IDOPRESS
Bei Banken liegen geschätzt Milliarden Euro auf Konten Verstorbener, ohne dass Erben sich melden. Was damit passieren sollte? Die Mehrheit der Deutschen hat eine klare Vorstellung – und die ist nicht im Sinne der Banken.

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Bankenviertel in Frankfurt am Main: Vergessene Konten verbleiben bei den Instituten

Foto: Matias Basualdo / ZUMA Press Wire / IMAGO

Die allermeisten Deutschen wollen,dass Geld auf vergessenen Konten für soziale Zwecke verwendet wird und nicht den Banken zufließt. 86 Prozent der Befragten befürworten,dass solches Vermögen nach einer angemessenen Frist in einen unabhängigen Sozialfonds fließen sollte. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der SOS-Kinderdörfer weltweit hervor. Nur zwei Prozent finden,das Geld solle bei den Banken verbleiben. Acht Prozent bevorzugten eine Übertragung an den Staat.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte für die repräsentative Erhebung im Februar bundesweit rund 1600 zufällig ausgewählte deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragt.

Einem Gutachten des Bundesforschungsministeriums zufolge sollen bis zu 4,2 Milliarden Euro auf sogenannten nachrichtenlosen Konten liegen. Das sind Konten,auf die seit Jahren niemand mehr zugegriffen hat und für die sich keine Berechtigten melden. Der Verband Deutscher Erbenermittler schätzte das Volumen in der Vergangenheit sogar auf bis zu neun Milliarden Euro. Nach rund 30 Jahren löschen Banken meist entsprechende Konten,das Geld verbleibt bei den Instituten.

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Nur jeder Dritte hat alles dokumentiert

Der Umfrage zufolge haben derweil nur 30 Prozent der Befragten ihre eigenen Konten,Depots und Schließfächer vollständig dokumentiert und mit ihren Angehörigen oder Erben darüber gesprochen. 24 Prozent haben gar nichts dokumentiert und weitere 24 Prozent nur einen Teil ihres Vermögens bei Banken. 14 Prozent haben zwar alles aufgeschrieben,aber nie mit ihren Erben darüber gesprochen.

»Wer seine Vermögenswerte nicht dokumentiert und mit Angehörigen bespricht,riskiert,dass das eigene Ersparte unauffindbar wird«,warnte Sorge-Booms.

mik/KNA