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Justizministerin Hubig und Finanzminister Klingbeil (beide SPD) stellen ihren Aktionsplan vor
Foto: Michael Kappeler / dpa
Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen will die Bundesregierung effektiver gegen Steuer- und Finanzkriminalität vorgehen. Dazu stellten Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig (beide SPD) in Berlin einen 26 Punkte umfassenden Aktionsplan vor.
»Wer unseren Staat und unsere Gesellschaft betrügt,darf damit nicht durchkommen«,sagte Klingbeil. »Wir wollen,dass künftig höhere Strafen drohen.«
Wie viel Geld durch die Maßnahmen in die Staatskasse fließen kann,wollte das SPD-geführte Finanzministerium zunächst nicht konkret beziffern. Es wird aber von einem Milliardenbetrag ausgegangen.
Nach dem Vorbild des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums soll beim Zoll ein »Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität« eingerichtet werden. Damit sollen Analyse,Ermittlung und Verfolgung von Geldwäsche und Steuerkriminalität gebündelt werden.
Mehrere Punkte dabei bleiben aber vage und sind nicht mit konkreten Maßnahmen hinterlegt. Sie zielen meist auf eine bessere Kooperation der zuständigen Behörden ab. Beim Zoll sollen Kompetenzen gebündelt werden. Bei größeren Verfahren sollen Steuerfahnder dort ihre Erkenntnisse austauschen. Der Zoll hat bisher rund 49.000 Stellen,1500 neue sollen hinzukommen. Dort wird auch ein Datenanalysezentrum mit den Bundesländern geschaffen,das die Zuständigkeiten mithilfe von künstlicher Intelligenz besser koordinieren soll.
Außerdem soll in bargeldintensiven Branchen eine Registrierkassenpflicht eingeführt werden. Einnahmen in bar sollen dann auch über ein elektronisches Kassensystem erfasst werden.
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Der Aktionsplan sieht auch vor,dass Selbstanzeigen nicht mehr generell zur Straffreiheit führen. Kriminelle sollten sich nicht mehr so einfach »freikaufen« dürfen,hieß es. Besonders schwere Straftaten sollen stärker geahndet werden. Zudem soll der Datenerwerb ausgebaut werden,um Steuerbetrügern auf die Spur zu kommen.
sol/dpa/Reuters